Chronischer Beckenschmerz bei Frauen - eine Besonderheit.
Warum?
Nerven, die durch das Becken führen, können im Verlauf durch geschädigtes Gewebe irritiert werden. Durch Kompression, Einklemmung oder Entzündungen. Bei sog. neuropathischen Beckenschmerzen können die Nerven selber Schmerzen verursachen. Dies ist eine Schnittstelle für Neurologen/Neurochirugen und Gynäkologen bei Beschwerdebilder wie Schmerzen im Steissbein (Kokzygodonie), im Gesäß, Lendenbereich und Unterbauch, Knie, Ausstrahlend ins Bein, Ischialgie, in den Vaginalbereich (Vulvodynie), Schambein (N. Pudendus). Bildgebende Verfahren sind wichtig, zeigen jedoch in Ihrer Gesamtheit nur einen Teilbereich.
Eine genaue Abfrage der Schmerzqualität ist wichtig, dadurch erfährt man welche Struktur betroffen ist. Ebenso kann eine vaginales Abtasten der Beckenbodenstruktur und Umgebung einen Hinweis geben, wenn die manuelle Untersuchung von aussen alleine nicht aussagekräftig ist.
Daher ist die funktionelle manuelle Behandlungsform so wichtig, besonders die Osteopathie. Aufgrund anatomisch/physiologischen Kenntnissen aus funktioneller Sicht mit dem Ursache-Wirkungs Prinzip und den palpatorischen Fähigkeiten. Eine fachliche Ausrichtung in Uro-Gynäkologie ist daher sinnvoll.
Hauptursache von Nervenirritationen aus dem Becken sind: Endometriose, Beckengefäßkompression, Beckenoperationen, Geburten, Organsenkungen, Verklebungen, Stürze, Frakturen, fibrotische/narbige Veränderungen, Beckenbodenverspannung, Entzündungen, Autoimmunologisch können zu Nerven u./o. Gefäß Beschwerden von Becken u./o. Beine führen. Daher bedarf es einen anderen Blick bei Frauen, insbesondere da Symptome erst viele Jahre später in Erscheinung treten können.


